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von Kay Fietkau

Gesellschaftsrecht: Insolvenzplanverfahren – Das Insolvenzverfahren gezielt zur Rettung des Unternehmens einsetzen
Insolvenz zur Rettung eines Unternehmens

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Mit Insolvenz verbindet man allgemein die Beendigung und Löschung eines Unternehmens. Das Insolvenzrecht bietet jedoch grundsätzlich vielmehr. Gezielt eingesetzt, kann ein Insolvenzverfahren als effektives Werkzeug zur Rettung eines in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Unternehmens dienen.

So hat der Gesetzgeber bereits mit Inkrafttreten der Insolvenzordnung das sogenannte Insolvenzplanverfahren als Möglichkeit zur Sanierung eines Unternehmens geschaffen und durch weitere Gesetzesänderungen gar zu einem wirksamen Instrument weiterentwickelt. Der Insolvenzplan stellt einen vom Insolvenzverwalter geleiteten komplexen Vergleich dar, dem die Mehrheit der Gläubiger zustimmen muss. Die Gläubiger werden dabei in Gruppen aufgeteilt und mit Stimmrechten entsprechend ihrer Forderungshöhe ausgestattet.

Der Insolvenzplan wird dem Insolvenzgericht vorgelegt und nach Annahme durch die Gläubiger vom Gericht bestätigt, nach Rechtskraft wird das Insolvenzverfahren aufgehoben.

Sowohl für Gläubiger als auch für Schuldner bringt das Insolvenzplanverfahren erhebliche Vorteile gegenüber einem schlicht auf Abwicklung des Unternehmens gerichteten Insolvenzverfahrens mit sich.

Den deutlichsten Unterschied zur Abwicklung eines Unternehmens durch Liquidation bildet das wesentlich größere Mitbestimmungsrecht der Gläubiger. Das Insolvenzplanverfahren bringt in der Regel höhere Auszahlungsquoten für die Gläubiger. Quoten werden im Insolvenzplanverfahren meist nach drei bis sechs Monaten nach Verfahrenseröffnung ausgezahlt, wohingegen in der Regelinsolvenz oft erst nach Jahren eine Auszahlung erfolgt. Zudem ist die Quote in der Regel höher.

Für den Schuldner bringt  das Insolvenzplanverfahren als Sanierungsplan die Möglichkeit Eigentümer des Unternehmens zu bleiben. Seine berufliche und wirtschaftliche Zukunft kann so erhalten werden. Zudem lässt der Gesetzgeber mittlerweile gar außergerichtliche Lösungen zu, sodass auf ein formales gerichtliches Insolvenzverfahren größtenteils verzichtet werden kann. Voraussetzung ist jedoch jeweils, dass man möglichst frühzeitig reagiert, möglichst schon bei drohender Zahlungsunfähigkeit.

Als unter anderem auf Gesellschaftsrecht spezialisierte Kanzlei arbeiten wir diesbezüglich bewusst mit erfahrenen und bundesweit tätigen Insolvenzkanzleien zusammen.

Kay Fietkau

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